... dass rund 50 Prozent aller Wiener Schulkinder ein ganztägiges Betreuungsangebot in Anspruch nehmen
Kinder ideal fördern heißt sie auch zu fordern – natürlich entsprechend ihrer körperlichen Entwicklung, ihren Möglichkeiten und Grenzen. Dabei ist Unterforderung ebenso problematisch wie Überforderung. Beide Male erbringt Ihr Kind nicht adäquate Leistungen. Dasselbe gilt für die Förderung. Zu vielfältige Förderangebote gehen an den Interessen der Kinder vorbei und führen zu Langeweile, Desinteresse und Frustation. Ideal ist eine ganzheitliche Förderung, die alle Bereiche anspricht und die Individualität des Kindes berücksichtigt.
Eltern, LehrerInnen, PsychologInnen identifizieren begabte Kinder auf Grund des von ihnen beobachteten häuslichen oder schulischen Verhaltens und mit Hilfe von Testverfahren.
In der Fachliteratur wird oftmals versucht, Checklisten mit Persönlichkeits- und Verhaltensmerkmalen von begabten Kindern aufzustellen. Diese sind aber nur mit Vorsicht einsetzbar, da erhebliche individuelle Unterschiede auch unter hochbegabten Kindern zu beobachten sind und diese Bewertung zum großen Teil im subjektiven Bereich angesiedelt ist.
Die nachfolgende Auflistung soll als Hilfestellung zur Identifikation von begabten Kindern nach intellektuellen, sozialen und emotionalen Merkmalen aller am Erziehungsgeschehen beteiligten Personen dienen.
Merkmale des Denkens, des Lernens und der Arbeitshaltung:
- Frühes Interesse an der Umwelt
- Entwicklungsstadien werden mitunter übersprungen
- Intensives Frageverhalten
- Grundsätzlich neugierig
- Altersunüblicher Wortschatz
- Besondere Ausdrucksfähigkeit und sprachliche Gewandtheit
- Schnelle Auffassung, rasche Vernetzung
- Frühes Lesen
- Eher geringes Schlafbedürfnis
- Sozial-emotionale Entwicklung verläuft mitunter asynchron zur intellektuellen
- Forschendes Verhalten – intrinsische Motivation
- Ausgeprägte Beobachtungsfähigkeit
- Hohes Detailwissen
- Divergentes, kritisches Denken
- Hervorragende Gedächtnisleistungen und Speicherkapazität
- Neigung zum Systematisieren /Kategorisieren/Gliedern
- Hohes Maß an Energie, Aufmerksamkeit und Aktivitätsdrang
- Besonderer Sinn für Humor
- Hohe Leistungsziele
- Hohe Aufgabenverpflichtung und Konzentrationsfähigkeit
- Langeweile bei Routineaufgaben
Merkmale des sozialen Verhaltens:
- Umgang mit älteren Kindern oder Erwachsenen wird bevorzugt
- Ausgeprägte Eigenwilligkeit
- Akzeptanz von Autoritäten fällt mitunter schwer
- Ausgeprägter Gerechtigkeitssinn
- Hohe Sensibilität
- Perfektionsstreben
- Mitunter Abneigung gegen physische Auseinandersetzung
Kinder „fordern“ Förderung:
Oft kommt es vor, dass Kinder sich langweilen: „Schon wieder das gleiche. Das mag ich nicht…“ hören Eltern von ihren Kindern. Hier fehlt es an geeigneter Förderung. Eltern sollen Kinder an der Planung beteiligen. Die Ideen der Kinder sind häufig anspruchsvoller als die von Erwachsenen. Je mehr Impulse von den Erziehungsberechtigten aufgegriffen werden, desto zielsicherer ist die Förderung.
Kinder brauchen mehr als intellektuelle Fähigkeiten, um im Leben zu bestehen. Soziales Miteinander ist ebenso wichtig wie Kommunikationskompetenz, Kreativität, naturwissenschaftliches Grundwissen, ausgewogene Grob- und Feinmotorik usw. Diese Fähigkeiten sollen im Alltag geübt werden.
Die Förderung des Kindes durch die Eltern soll ganzheitlich ausgerichtet sein. Sie beginnt bei den Stärken des Kindes und versucht, Schwächen durch ausgleichende Maßnahmen zu korrigieren durch
• zum Ausdruck bringen, dass das Kind, seine Gefühle, seine Überzeugungen und Verhaltensweisen wichtig sind
• gemeinsame Interessen und gemeinsames Erleben
• Klarmachen, dass Sie das Kind schätzen, nicht nur seine Fähigkeiten oder Leistungen
• das Kind ermuntern, seinen besonderen Interessen nachzugehen
• Versuche ermutigen und unterstützen, nicht nur auf Erfolge drängen
• sich Zeit nehmen, sich dem Kind widmen
Es ist von Bedeutung, dass Kinder in ihren Begabungen und Ressourcen zeitgerecht erkannt werden und Eltern adäquat reagieren. Dann werden begabte Kinder zu zufriedenen und glücklichen Kindern.